Ertrags- und Vermögenslage | Finanzbericht 2017

Ertrags- und Vermögenslage

Erzbistum Köln: Daten und Fakten 2017

Das Erzbistum Köln erstreckt sich auf eine Fläche von rund 6.181 Quadratkilometern und ist mit fast zwei Millionen Mitgliedern die größte Diözese in Deutschland. Sie umfasste im Berichtsjahr 527 rechtlich selbstständige Kirchengemeinden in 180 Seelsorgebereichen sowie 15 rechtlich selbstständige Gemeindeverbände und eine Vielzahl von Kirchengemeindeverbänden, die im Wesentlichen über Zuweisungen und Zuschüsse des Erzbistums Köln finanziert werden.

Die Katholikenzahl im Erzbistum ging im Jahr 2017 um rund 21.100 beziehungsweise um rund 1,1 Prozent zurück. Ursachen sind die demografische Entwicklung, Migration und Kirchenaustritte. Knapp 20.000 Beerdigungen standen wie im Vorjahr rund 14.000 Taufen gegenüber. Die Zahl der Austritte hat sich mit rund 14.000 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, liegt damit aber immer noch deutlich unter den Werten der Vorjahre. Darüber hinaus reduzierte sich die Mitgliederzahl durch Wanderungseffekte und sonstige Veränderungen.

Entwicklung der Mitgliederzahl

2017

2016

Kirchenmitglieder zum 01.01.

1.992.964

2.018.634

Taufen

14.051

14.395

Kircheneintritte

286

240

Wiederaufnahmen

737

807

Beerdigungen

–19.945

19.692

Austritte

–13.931

13.583

Sonstige Veränderung

–2.339

–7.837

Kirchenmitglieder zum 31.12.

1.971.823

1.992.964

 

Verwendung der Erträge


Das Erzbistum Köln verwendet die jährlichen Erträge, um die laufenden Aufgaben im Bistum, in den Kirchengemeinden und den Verbänden zu erfüllen, die die seelsorgerische und karitative Arbeit leisten. Um die kirchliche Arbeit nachhaltig zu gestalten, sichert das Erzbistum zudem den Erhalt der notwendigen Infrastruktur, insbesondere durch die Unterstützung der Kirchengemeinden bei der Instandhaltung der erforderlichen Gebäude.

Zugleich werden Finanzmittel für aktuelle Herausforderungen bereitgestellt. Wie in den vergangenen Jahren wurde dies auch 2017 in der Flüchtlingshilfe besonders deutlich. Für dieses Engagement sind insgesamt Aufwendungen in Höhe von 7,5 Mio. Euro eingesetzt worden. Hinzu kamen Investitionen von 5,9 Mio. Euro. Schließlich decken die Finanzmittel der Bilanz auch die langfristigen Verpflichtungen und sorgen so über das Jahr 2017 hinaus für Verlässlichkeit bei der Erfüllung der Aufgaben.

Entwicklung der Erträge

Die Kirchensteuererträge stellen die wichtigste Einnahmequelle des Erzbistums Köln dar. Sie sind im Jahr 2017 um 4 Prozent auf 655,5 Mio. Euro gestiegen. Somit verzeichnet das Erzbistum Köln seit 2011 eine kontinuierliche Zunahme der Kirchensteuererträge, wobei der Ertragszuwachs auch 2017 auf die weiterhin stabile konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen ist. Der Anteil der Kirchensteuererträge an den ordentlichen Erträgen des Erzbistums beträgt 76,2 Prozent.

Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen erhält das Erzbistum insbesondere für den Betrieb der erzbischöflichen Schulen. Diese Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent leicht auf rund 122 Mio. Euro an. Die sonstigen Erträge, die grundsätzlich größeren Schwankungen unterliegen können, verzeichneten trotz der Auflösung von Kirchensteuerclearing-, Pensions- und Beihilferückstellungen in Höhe von 22,5 Mio. Euro einen starken Rückgang von 64,8 Mio. Euro (2016) auf 40,7 Mio. Euro (2017). Diese Entwicklung geht primär auf Sondereffekte des Vorjahres zurück, in dem einmalige Erträge aus der Erstattung von Sanierungsgeldern der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse (KZVK) sowie aus dem Zinsänderungseffekt von Rückstellungen für Altersvorsorgeverpflichtungen anfielen.

Das Erzbistum Köln erzielte ordentliche Erträge in Höhe von 860,5 Mio. Euro. Diesen stehen Aufwendungen in Höhe von 853,3 Mio. Euro entgegen, die sich gegenüber dem Vorjahr rückläufig entwickelt haben. So sanken insbesondere die Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen gegenüber 2016 um 7,1 Prozent von 397,7 Mio. Euro auf 369,5 Mio. Euro. Dieser Rückgang basiert im Wesentlichen auf einer geringeren Anzahl an Zuweisungen für größere Einzelmaßnahmen zur Bauerhaltung von Kirchen sowie Kindertagesstätten in den Kirchengemeinden.
 

Gleichzeitig stiegen die Personalaufwendungen 2017 von rund 316,3 Mio. Euro um rund 4,8 Prozent auf 331,4 Mio. Euro. Löhne und Gehälter erhöhten sich insgesamt um rund 4,7 Prozent auf 224 Mio. Euro, die Aufwendungen für soziale Abgaben und Altersvorsorge nahmen um rund 5 Prozent auf insgesamt 107,5 Mio. Euro zu. Die Zahl der Beschäftigten (Stand zum Jahresende) stieg gegenüber dem Vorjahr um 44 auf 4.459.

Die zeitweise von einer hohen Volatilität geprägte Situation auf den Finanzmärkten hatte 2017 keine negativen Auswirkungen auf das Buchvermögen des Erzbistums Köln. Das positive Finanzergebnis in Höhe von 22,2 Mio. Euro war gegenüber dem Vorjahr mit 35,9 Mio. Euro rückläufig. Dies ist jedoch vor allem auf den Wegfall eines Sondereffektes aus dem Jahr 2016 zurückzuführen, denn in 2016 erfolgte mit der Rückzahlung des Sanierungsgeldes der KZVK auch die Auszahlung darauf entfallender Zinsen in Höhe von 9,1 Mio. Euro. Im Zinsergebnis wurden 2017 Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 23,7 Mio. Euro bilanziert.

Mit dem 2017 erzielten Jahresüberschuss von rund 29,1 Mio. Euro wurde die vorsichtige Planung, die von einem geringen Jahresfehlbetrag ausging, deutlich übertroffen. Einen Anteil daran hatten die gegenüber dem Wirtschaftsplan gestiegenen Kirchensteuererträge.

Gleichzeitig fielen die Aufwendungen insgesamt geringer aus als erwartet. Zwar überstiegen die Zuweisungen und Zuschüsse an Kirchengemeinden und Kindertagesstätten sowie die Personalaufwendungen leicht die Planansätze, doch konnte dies durch einen Rückgang der sonstigen Aufwendungen überkompensiert werden.

Die Ertragssituation im Erzbistum Köln ist maßgeblich geprägt durch das Kirchensteuereinkommen, dessen Höhe stark von der Mitgliederzahl abhängt. Da diese kontinuierlich zurückgeht, sind grundsätzlich sinkende Kirchensteuererträge zu erwarten. Gleichzeitig ist zukünftig entsprechend der Preisentwicklung mit höheren Bau- und Instandhaltungskosten und bei den Personalkosten regelmäßig mit tariflichen Erhöhungen zu rechnen. Die Berücksichtigung dieser Aspekte und anderer ungewisser Entwicklungen fließt in eine vorausschauende Analyse der Aufwands- und Ertragssituation ein.

Das Erzbistum Köln betreibt weiterhin eine vorsichtige Finanzpolitik. Gleichzeitig achtet es darauf, bei kurzfristigen Entwicklungen und Herausforderungen die dafür notwendige Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Das Gesamtvermögen des Erzbistums Köln erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 um 95 Mio. Euro auf 3.739,3 Mio. Euro. Dabei stieg das Sachanlagevermögen leicht um rund 2 Prozent auf insgesamt 709,3 Mio. Euro und repräsentiert damit analog zum Vorjahr rund 19 Prozent des Gesamtvermögens. Das Finanzanlagevermögen des Erzbistums wurde weiter gestärkt. Es stieg unter Berücksichtigung einer Zunahme von Wertpapieren und der Verringerung sonstiger Ausleihungen um 4,6 Prozent und stellt mit einem Anteil von 76,8 Prozent den wesentlichen Vermögenswert der Bilanz dar. Von den Finanzanlagen dienen rund 1 Mrd. Euro zur Deckung der Altersversorgungsverpflichtungen des Erzbistums.

Das Umlaufvermögen entfällt im Wesentlichen auf Guthaben bei Kreditinstituten und sichert die laufende Liquidität, unter anderem für die monatlichen Zuweisungen an die Kirchengemeinden und Verbände sowie die Gehaltszahlungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es nahm von 190,7 Mio. Euro um 44,6 Mio. Euro auf 146,1 Mio. Euro ab.

Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich das Eigenkapital leicht um 1,1 Prozent auf rund 2,6 Mrd. Euro. Die Zusammensetzung des Eigenkapitals hat sich im Wesentlichen in zwei Positionen verändert. Die Rücklagen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen von 448,5 Mio. Euro um 1,5 Prozent auf 455,3 Mio. Euro. Gleichzeitig wurden die Bauerhaltungs- und Sonder-rücklagen von 650 Mio. Euro um 2,9 Prozent auf 669,1 Mio. Euro für die langfristige Finanzierung der Gebäudeinstandhaltungen von Kirchen aufgestockt. Das Bistumskapital, also das Eigenkapital im engeren Sinne, und die Ausgleichsrücklage blieben unverändert.

Die Eigenkapitalquote des zusammengefassten Jahresabschlusses für das Erzbistum und den Erzbischöflichen Stuhl sank von 70,3 Prozent auf 69,3 Prozent. Ursache hierfür waren insbesondere höhere Rückstellungen in Höhe von 59,3 Mio. Euro.